Linke fordert Umbau der Gewoba

Verkauf der Grohner Düne

Vegesack. Nach dem verpassten Ankauf der Grohner Düne geht die politische Diskussion weiter. Die Linke-Bürgerschaftsfraktion appelliert an den Senat, Wettbewerbsnachteile der städtischen Wohnungsgesellschaft Gewoba abzustellen.

„Wenn die Gewoba geschlossene Wohnbestände rekommunalisieren soll, muss der Senat dafür sorgen, dass Bremens mit Abstand größter Wohnungsgesellschaft nicht länger die Hände gebunden sind“, kommentiert Claudia Bernhard, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion Linke, Berichte dieser Zeitung, dass die städtische Wohnungsgesellschaft Gewoba jetzt auch bei den Kaufverhandlungen um die ‚Kleine Düne‘ in Vegesack außen vor bleibt.

Wie berichtet, hatte die Eigentümerin die Verkaufsverhandlungen um die restlichen 150 Wohnungen in dem sozialen Brennpunkt unterbrochen. Sie will mit einem anderen Bieter verhandeln. Wer der Gewoba die verbleibenden 150 Wohnungen streitig machen könnte, ist offen. Mit wem aktuell verhandelt wird, will die Eigentümerin nicht verlauten lassen.

Ob Grand City Property Interesse daran hat, nach dem großen Teil der Grohner Düne mit 422 Wohnungen auch den kleinen Teil zu schlucken? Einen „laufenden Geschäftsvorgang“ möchte der Konzern nicht kommentieren, teilt Sprecherin Katrin Petersen dazu mit. Die Grohner Düne passt in jedem Fall ins Portfolio des Unternehmens: Ist doch Grand City Property eine Tochter der Grand City Properties S.A., einer Aktiengesellschaft „mit Fokus auf Investitionen in Immobilien mit hohem Optimierungspotenzial in Deutschland“. Gerade hat die Gesellschaft nach eigenen Angaben ihre Bestände auf 30 000 Wohneinheiten erhöht und ihren Nettogewinn um 186 Prozent verbessert.

Die Linke-Fraktion schlägt vor, den Rückkauf von Immobilienbeständen künftig über ein kommunales Sondervermögen Wohnen voranzutreiben. Mehr noch: „Eigentlich gehört auch die Umwandlung der Gewoba in eine Anstalt öffentlichen Rechts auf die Tagesordnung. Alles andere ist Augenwischerei.“ Den Vorstoß der CDU, den Komplex zum Sanierungsgebiet zu erklären, um so ein Vorkaufsrecht für die Grohner Düne zu erlangen, lehnt die Linke hingegen ab. Bernhard: „Die bittere Wahrheit ist doch: Bauressort und Gewoba hätten die Düne auch dann nicht gekauft, wenn sie ihnen auf dem Silbertablett angeboten worden wäre – einfach, weil sie beim Preis nicht mithalten wollten.“

Die Fraktion der Bürger in Wut in Vegesack geht einen Schritt weiter und fordert erneut den Rückbau der Grohner Düne. „Die Grohner Düne ist ein städtebaulicher Schandfleck und ein sozialer Brennpunkt“, begründet Sprecher Cord Degenhard.

Von Patricia Brandt
Weser Kurier 17.04.2014