Bausenator will gegen Immobilienspekulation vorgehen

Nach Verkauf der Grohner Düne plant Joachim Lohse eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe / Ziel ist Ausweisung als Sanierungsgebiet

Nachdem zuletzt problematische Wohnblocks in Bremen mehrfach den Besitzer gewechselt haben, will Bausenator Joachim Lohse (Grüne) etwas gegen Spekulationen auf dem Bremer Immobilienmarkt unternehmen. Der Großteil der Wohnungen im Brennpunkt-Wohnblock Grohner Düne wurde im März an das umstrittene Immobilienunternehmen Grand City Property verkauft und nicht an die ebenfalls mitbietende städtische Gewoba. Dass es der Gewoba nicht gelang, die Wohnungen zu kaufen, sorgte für Kritik. Auch für den Verkauf der restlichen 150 Wohnungen gibt es derzeit Lohse zufolge keine Verhandlungen mehr mit der Gewoba.

Vor diesem Hintergrund sind die Pläne des Senators zu verstehen, der nun gemeinsam mit mehreren Behörden die Probleme in der Grohner Düne angehen will. Lohse schlägt eine Arbeitsgruppe vor, an der sich unter Federführung der Baubehörde Soziales, Bildung, Inneres, Justiz und Finanzen beteiligen sollen. „Anders als in Tenever oder bei den Schrottimmobilien in Bremerhaven sind in der Grohner Düne nicht bauliche Missstände das zentrale Problem“, sagt Lohse. Es gebe vielfältige Probleme.

„In Bremen haben Fonds- und sogenannte Familiengesellschaften die Wohnungsbestände aus den 70er-Jahren ins Visier genommen“, so die Analyse der Baubehörde. Wohnblöcke wie zum Beispiel die Grohner Düne seien gut belegt, und die Miete werde oft vom Amt getragen. „Diese Objekte sind bei potenziellen Geldanlegern heiß begehrt, weil die Rendite sicher ist“, heißt es, „allerdings investieren sie nicht in den Erhalt der Häuser.“

„Es geht nicht, dass wir durch die garantierte Übernahme der Miete einen ungesteuerten Zuzug in Problemimmobilien befördern“, sagt Lohse. Denn zugleich arbeite die Stadt daran, Kriminalität in diesen Problemgebieten zu verhindern. „Das muss besser koordiniert werden.“

Ziel der Arbeitsgruppe sei es, die Grohner Düne zum Sanierungsgebiet oder zum Stadtumbaugebiet zu erklären. Damit gehe man nicht auf die CDU ein, die genau das gefordert hatte, sondern dieses Ziel entspringe gemeinsamen Erkenntnissen, so Lohse. Die Ausweisung als Sanierungsgebiet würde mehr baurechtliche Möglichkeiten für die Stadt öffnen, zum Beispiel ein Vorkaufsrecht. Auch die Bereitschaft der Stadt, für die Grohner Düne Geld in die Hand zu nehmen, wachse, sagt Lohse.

Von Sara Sundermann
Weser Kurier 23.04.2014