urban conflicts http://urbanconflicts.blogsport.de Antagonistische Betrachtungen der Bremer Stadtentwicklung Mon, 15 Sep 2014 16:40:32 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Nachtrag: Zur Besetzung am Wall 92. http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/09/13/nachtrag-zur-besetzung-am-wall-92/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/09/13/nachtrag-zur-besetzung-am-wall-92/#comments Sat, 13 Sep 2014 06:31:47 +0000 Administrator Presse Direkte Aktion endofroad Häuserkämpfe http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/09/13/nachtrag-zur-besetzung-am-wall-92/

Mit die­sem Text wol­len wir ei­ni­ge Dinge rund um die Haus­be­set­zung am Wall 92 in Bre­men, vom 29.​08.​14 er­klä­ren und In­for­ma­tio­nen, die es viel­leicht schon gibt, er­gän­zen. Au­ßer­dem sol­len hier ei­ni­ge Er­fah­rungs­wer­te wei­ter­ge­ben und wich­ti­ge Punk­te, die uns bei der Re­flek­ti­on der Ak­ti­on auf­ge­fal­len sind, be­tont wer­den. Der Text be­han­delt dabei die Pres­se-​Ar­beit und den Kon­takt mit den Bul­len. Dann wol­len wir etwas dazu sagen wie die Ver­hand­lun­gen ge­lau­fen sind und zu­letzt was bei der Vor­be­rei­tung mit­ge­dacht wer­den soll­te. Klar soll­te sein, dass dies hier kein Maß­stab oder eine An­lei­tung fürs Häu­ser be­set­zen sein soll und dass jede Grup­pe und jedes Haus un­ter­schied­li­cher Vor­be­rei­tung be­darf. Wir hal­ten un­se­ren Ver­such aber für recht er­folg­reich und wol­len un­se­re ge­mach­ten Er­fah­run­gen wei­ter geben. Hof­fent­lich wer­den auch an­de­re Men­schen aktiv.

Der An­lass für die Ak­ti­on waren die Squat­ting Days, doch ging es uns dar­über hin­aus auch darum auf die, in vie­ler­lei Hin­sicht, be­ste­hen­de Raum- und Woh­nungs­not in Bre­men auf­merk­sam zu ma­chen und Be­set­zun­gen – als prak­ti­sche Maß­nah­me gegen die­se-​zu bewerben.​Zum an­de­ren woll­ten wir aber auch ganz kon­kret die­ses leer­ste­hen­de Haus um es wie­der mit Leben zu fül­len. Wie genau woll­ten wir dann im Nach­hin­ein mit allen Be­nut­zer_in­nen ge­mein­sam klä­ren. Es war eine be­wuss­te Ent­schei­dung die ge­naue Adres­se des Hau­ses nicht zu ver­öf­fent­li­chen.

Wir woll­ten un­be­dingt, dass die Pres­se vor den Bul­len da ist. Dies war ein zen­tra­ler Punkt der Ak­ti­on. Die Pres­se er­zeugt mit ihrer An­we­sen­heit Öf­fent­lich­keit, die-​bei solch einer Her­an­ge­hens­wei­se – ein Schutz für die Men­schen im und vor dem Haus be­deu­ten kann. So konn­te man ei­ner­seits Druck auf die Bul­len aus­üben, aber vor allem auch ei­ge­ne In­hal­te ver­mit­teln. Un­er­war­te­ter­wei­se waren die Pres­se-​Men­schen sehr zahl­reich und auch lange vor der Bul­len vor Ort, was dazu ge­führt hat,dass sie ihre In­for­ma­tio­nen di­rekt von uns be­kom­men haben. So konn­ten wir ei­ge­ne In­hal­te set­zen und es wurde nicht wie so oft ein­fach von der Bul­len­pres­se ab­ge­schrie­ben. Er­geb­nis war, dass in vie­len Ar­ti­keln un­se­re ei­ge­ne Pres­se­mit­tei­lung, oft­mals di­rekt zi­tiert, auf­ge­taucht ist. Sehr nütz­lich war auch, dass ei­ni­ge Pres­se­leu­te einen te­le­fo­ni­schen Kon­takt zu uns be­kom­men haben. Im Vor­hin­ein, aber auch wäh­rend Men­schen im Haus waren, hat es Per­so­nen ge­ge­ben, die für die Pres­se und (lei­der auch gleich­zei­tig) für die Bul­len an­sprech­bar waren. An die­ser­Stel­le ist zu er­wäh­nen, dass man damit rech­nen muss, dass auch Pres­se mit Ka­me­ra kommt, wenn man die TV-​Pres­se ein­lädt und diese dann na­tür­lich auch (z.​B.​Gesichter) fil­men wer­den. Dass wir die Adres­se nicht ver­öf­fent­licht haben hat na­tür­lich auch dazu ge­führt, dass Un­ter­stüt­zer_in­nen nicht wuss­ten wo sie hin soll­ten. Es war schön, dass es ei­ni­ge Leute, trotz der lan­gen Suche, ge­schafft haben zum Haus zu kom­men: An die­ser Stel­le ein gro­ßes Dan­ke­schön an alle, die da waren!!

Hier hät­ten wir von An­fang an trans­pa­rent ma­chen sol­len dass, bis die Bul­len da sind, kein Sup­port ge­wünscht war. Es wäre super ge­we­sen, ab dem Zeit­punkt, an dem die Bul­len das Haus ge­fun­den hat­ten, noch ein paar Leute mehr vor dem Haus zu sehen, was uns zum nächs­ten Punkt bringt.
Ein Ti­cker, ein ak­tu­el­ler Blog oder ein be­stimm­ter Twit­ter-​Hash­tag zum rich­ti­gen Zeit­punkt hät­ten si­cher­lich dazu bei­tra­gen kön­nen, dass mög­li­che Un­ter­stüt­zer_in­nen schnel­ler die Adres­se er­fah­ren und über das ak­tu­el­le Ge­sche­hen in­for­miert wer­den. Eine kon­ti­nu­ier­li­che Be­richt­er­stat­tung ist also wün­schens­wert, aber auch mit per­so­nel­len Ka­pa­zi­tä­ten ver­bun­den. Wir woll­ten die Ak­ti­on mit mög­lichst wenig Men­schen ver­su­chen und so den Auf­wand, aber auch die Re­pres­si­on mög­lichst ge­ring zu hal­ten. All­ge­mein lässt sich wohl sagen, dass es be­stimmt sehr sinn­voll ist, die Auf­ga­ben, die es gibt auf ein paar mehr Schul­tern zu­ver­tei­len und sich auch Ge­dan­ken dar­über zu ma­chen, dass ir­gend­wann Mü­dig­keit ein­setzt und es ent­we­der Rück­zugs­räu­me zum Aus­ru­hen geben muss oder „Schicht­wech­sel“, damit alle Auf­ga­ben über­nom­men wer­den kön­nen.​Konkret geht es um Auf­ga­ben wie Sup­port vor dem Haus, Email/In­ter­net, Pres­se, Bul­len­kon­takt und die ei­gent­li­che Be­set­zung.

Wir haben ver­sucht di­rekt mit de­m_­der Ei­gen­tü­mer_in in Kon­takt zu tre­ten und fin­den dies auch nach wie vor rich­tig. Un­se­rer An­sicht nach ist dies die ein­zi­ge Mög­lich­keit, ein Haus lang­fris­tig nut­zen zu kön­nen. Den­noch den­ken wir, dass wir zu schnell in der De­fen­si­ve waren und wir uns selbst noch erns­ter hät­ten neh­men sol­len. Wir den­ken im Nach­hin­ein, dass wir uns viel mehr Zeit hät­ten neh­men kön­nen und sol­len; in Bezug auf den Kon­takt mit den Bul­len vor Ort, aber auch mit dem Erst­ge­spräch, was mit der Per­son von der Bre­park GmbH, der Ei­gen­tü­me­rin des Hau­ses, ge­führt wor­den ist. Das Ge­spräch hätte man z.B. si­cher­lich auch durchs Fens­ter oder am Te­le­fon ab­wi­ckeln kön­nen. Von den Bul­len hätte man sich nicht so unter Druck set­zen las­sen müs­sen. Viel­mehr wäre es mög­lich ge­we­sen, selbst An­sa­gen zu ma­chen und Be­din­gun­gen zu stel­len. Aus jet­zi­ger Sicht, den­ken wir, dass die Ak­ti­on ins­ge­samt recht glück­lich ver­lau­fen ist und man si­cher­lich noch län­ger hätte im Haus blei­ben kön­nen. Die star­ke Pres­se­prä­senz und Be­reit­schaft sich das an­zu­hö­ren, was wir zu sagen haben, über­stieg un­se­re Er­war­tun­gen bei Wei­tem, so dass ein­fach auch ir­gend­wann, nach über 10 Stun­den, nicht mehr genug Kraft vor­han­den war, sich dem wei­ter aus­zu­set­zen. Sehr be­stär­kend waren, neben den Un­ter­stüt­zer_in­nen aus der „Szene“, Pas­san­t_in­nen und An­woh­ner_in­nen, die die Ak­ti­on durch­weg po­si­tiv be­ur­teil­ten und uns Mut machten.​Schön auch zu sehen, dass es mög­lich ist ohne An­zei­gen aus so einer Sache raus zu gehen (Siehe die an­hän­gen­de Pres­se­mit­tei­lung). Wir sind op­ti­mis­tisch, dass wir oder an­de­re in Zu­kunft ein Haus für län­ge­re Zeit öff­nen und nut­zen kön­nen.

Die Be­set­zung hat ge­zeigt, dass Häu­ser be­set­zen in Bre­men mög­lich ist!
Squat the world!

Quelle: Endofroad

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Hausbesetzung am 29.08. – Pressespiegel http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/09/01/hausbesetzung-am-29-08-pressespiegel/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/09/01/hausbesetzung-am-29-08-pressespiegel/#comments Mon, 01 Sep 2014 00:28:51 +0000 Administrator Presse Weser Kurier TAZ Häuserkämpfe http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/09/01/hausbesetzung-am-29-08-pressespiegel/ Zei­tung:
taz: Ein kur­zer Tanz
Weser Ku­rier: Au­to­no­me be­set­zen Haus in der In­nen­stadt
Weser Ku­rier: Be­set­zes Haus frei­wil­lig ge­räumt
Kreis­zei­tung: Haus­be­set­zung fried­lich be­en­det
Nord­west Zei­tung: Au­to­no­me be­set­zen kurz­zei­tig leer­ste­hen­des Haus

Fern­se­hen:
Sat.1 re­gio­nal: Be­setz­tes Haus in Bre­men: Ak­ti­vis­ten haben Ge­bäu­de fried­lich ver­las­sen
buten & bin­nen: Haus­be­set­zung in der Bre­mer City
buten & bin­nen: Be­setz­tes Haus am Wall wie­der leer
buten & bin­nen um 6: Haus­be­set­zung be­en­det

Bul­len­pres­se:
Au­to­no­me be­set­zen Haus
Haus­be­set­zung fried­lich be­en­det

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Hausbesetzung in Bremer Innenstadt http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/08/29/hausbesetzung-in-bremer-innenstadt/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/08/29/hausbesetzung-in-bremer-innenstadt/#comments Fri, 29 Aug 2014 16:26:56 +0000 Administrator Presse Direkte Aktion endofroad Häuserkämpfe http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/08/29/hausbesetzung-in-bremer-innenstadt/ Erklärung der Besetzer*innen:

Wir haben heute Frei­tag, den 29. Au­gust 2014 in der Bre­mer In­nen­stadt ein Haus be­setzt.
Das Haus steht seit meh­re­ren Jah­ren leer und ge­hört un­se­ren In­for­ma­tio­nen nach einem rei­chen Ham­bur­ger Ge­schäfts­mann.
Im Jahr 2008 soll­te hier ein Bü­ro-​Neu­bau ent­ste­hen, wel­cher aber nicht rea­li­siert wurde. Seit­dem pas­siert hier nichts mehr und das Ge­bäu­de ist un­ge­nutzt.
Ob­wohl ein rie­si­ger Be­darf nach be­zahl­ba­ren und nutz­ba­ren Räu­men be­steht, sind die zahl­reich vor­han­de­nen Im­mo­bi­li­en oft­mals nicht zu­gäng­lich. Das Spe­ku­lie­ren mit Leer­stand, die Auf­wer­tung gan­zer Stadt­tei­le und die damit ver­bun­de­ne Ver­teue­rung oder das be­ste­hen­de Bau­recht ma­chen einen le­ga­len Zu­gang oft un­mög­lich. Zu­sätz­lich zeigt sich, dass sich die Si­tua­ti­on auf dem be­ste­hen­den Im­mo­bi­li­en­markt wei­ter ver­schlech­tert. Be­zahl­ba­re Räume sind schwer zu fin­den. Die oft­mals halb­her­zi­gen Ver­su­che sei­tens der Po­li­tik, wie z.B. „Mie­to­ber­gren­zen“ oder der „So­zia­le Woh­nungs­bau“ kön­nen diese Ent­wick­lung nicht stop­pen.
Mit der Be­set­zung wol­len wir aus die­ser Si­tua­ti­on aus­bre­chen und eine Al­ter­na­ti­ve zur be­ste­hen­den ka­pi­ta­lis­ti­schen Stadt­po­li­tik schaf­fen.
Die ka­pi­ta­lis­ti­sche Stadt­ent­wick­lungs­po­li­tik der letz­ten Jahre zeigt, dass es kein In­ter­es­se an einer so­zia­len Stadt gibt. Viel­mehr wer­den Men­schen aus ihren Woh­nun­gen ge­räumt, Ob­dach­lo­se aus der In­nen­stadt ver­trie­ben und Men­schen mit we­ni­ger fi­nan­zi­el­len Mit­teln in die Rand­be­zir­ke ab­ge­scho­ben. Übrig blei­ben die, die es sich leis­ten kön­nen.
Diese Ver­hält­nis­se leh­nen wir nicht nur ab, son­dern wir wol­len ihnen auch aktiv ent­ge­gen­tre­ten. Wir wol­len ein selbst­be­stimm­tes Leben jen­seits von Ei­gen­tum und Lohnar­beit, das mehr zu bie­ten hat als Aus­gren­zung und Leis­tungs­druck.
Alle Men­schen soll­ten das Recht haben frei zu wäh­len, wo und wie sie leben wol­len un­ab­hän­gig ihrer Her­kunft oder ihrer fi­nan­zi­el­len Mit­tel. Des­halb müs­sen die be­ste­hen­den Räume für alle frei zu­gäng­lich sein. Das Grund­be­dürf­nis ein Dach über dem Kopf zu haben, darf keine Ware sein. Daher rufen wir alle dazu auf, sich die leer­ste­hen­den Räume an­zu­eig­nen, sie nach ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen zu nut­zen und die Ei­gen­tums­ver­hält­nis­se zum tan­zen zu brin­gen.
An die­ser Stel­le wol­len wir so­li­da­ri­sche Grüße nach Ham­burg zu den Ak­ti­vis­t_in­nen der squat­ting days schi­cken.

die tan­zen­den Haus­be­set­zer_in­nen

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[Barcelona] Can Vies wieder aufgebaut – Proteste gehen weiter! http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/06/01/barcelona-can-vies-wieder-aufgebaut-proteste-gehen-weiter/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/06/01/barcelona-can-vies-wieder-aufgebaut-proteste-gehen-weiter/#comments Sun, 01 Jun 2014 16:58:44 +0000 Administrator Presse Aufrufe Direkte Aktion Indymedia Linksunten Häuserkämpfe http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/06/01/barcelona-can-vies-wieder-aufgebaut-proteste-gehen-weiter/ Auch am 6. Tag nach der Räumung des 17 Jahre besetzen Can Vies, reißen die Proteste in Barcelona nicht ab. Täglich gibt es in Katalunien und darüber hinaus Solibekundungen, Aktionen, Demonstrationen u.v.m. . Trotz mindestens 200 verletzten Menschen, über 60 Verhafteten und einem der im Knast bleiben muss, finden die Unterstützer_innen von Can Vies kreativ neue Wege ihrer Trauer und Wut freien Lauf zu lassen.

Am Samstag morgen versammelten sich ca. 1000 Menschen unter dem Motto „Reconstruim Can Vies“ – Bauen wir Can Vies bei den Resten des Hauses in Sants. Nachdem der verkohlte Bagger mit Blumen und Transpis geschmückt wurde, begann man damit den Worten Taten folgen zu lassen. Steine wurden aus den Trümmern heraus gesammelt, der alte Mörtel und Zement abgeklopft und fein säuberlich gestapelt. Dazu wurde noch frischer Zement und viele andere nützliche Dinge herbeigebracht, um das Sozialzentrum wieder zu errichten. Weiterhin wurde eine ca. einen halben Kilometer lange Menschenkette gebildet, um ein Teil des Schutts, als symbolischen Akt, direkt vor dem Bezirksrathaus abzulegen. Dieser kreative Schachzug bringt nicht nur die Can Vies positiv gesonnenen Menschen zum lächeln, sondern lässt selbst die rechtskonservativen Blättern wie La Vanguardia keine Chance, die Proteste (an diesem Morgen) zu diskreditieren.

Für den Abend war zu mehreren Punkten in Barcelona dazu aufgerufen sich zu versammeln um zum Plaça Universitat zu gehen, um von dort aus gemeinsam durch die Stadt zu ziehen. Dem Aufruf folgen nach Angaben der „ Veranstalter_innen“ bis zu 20. 000 Menschen. Um ca. 20 Uhr setzte sich diese in Bewegung. Nach ca. einer Stunde wurde die Demo auf der La Rambla, DER Touri- und Shoppingmeile Barcelonas, von einem den Bullen gestoppt, der Proteste hier wohl nicht in den Kram passten. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. So wurden ein paar Container und ein Auto angezündet. Was genau danach passierte, wird wohl erst im Laufe des Sonntags klar werden. Bei Twitter ist von bis zu 14 Festnahmen die Rede, wobei auf den Bildern zu sehen ist, dass einige von diesen auf das Konto von vermummten Zivi-riot-cops gehen. Weiterhin wurde eine Gruppe von ca. 200 Demonstrant_innen eingekesselt und durfte erst nach Abgabe ihrer Personalien gehen.

Was die Medien noch verschweigen, aber vielen klar sein sollte, ist das die Unzufriedenheit der Demonstrant_innen nicht nur aufgrund der Räumung vorhanden ist. U.a. die Auswirkungen der „Krise“, die Kürzungen, Korruptionsvorwürfe oder brutale Bulleneinsätze (der Polizeichef der katalanischen Polizei ist am Montag zurückgetreten; er ist u.a. für das häufige brutale und eskalierende vorgehen der Bullen verantwortlich) sind nur einige der Punkte, die die Leute auf die Straße treiben. Wenn dann eine Stadtregierung auf die Idee kommt ein seit Jahren existierendes,, agierendes und stark vernetztes Sozialzentrum zu räumen, um dort eine Grünfläche hinzusetzen(!), ist es kein Wunder, dass die Leute die Schnauze voll haben und ihre Wut raus lassen.

Für Sonntag ist Wiederaufnahme der Wiederherstellung von Can Vies geplant. Mit Sicherheit wird dies nicht das letzte sein, was aus Barcelona zu hören sein wird.

Can Vies ist überall! Can Vies, no estas sola!

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[Den Haag] Squat `de Vloek` Räumungsbedroht http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/06/01/den-haag-squat-de-vloek-raeumungsbedroht/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/06/01/den-haag-squat-de-vloek-raeumungsbedroht/#comments Sun, 01 Jun 2014 16:37:10 +0000 Administrator Presse Aufrufe indymedia http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/06/01/den-haag-squat-de-vloek-raeumungsbedroht/ Die Gemeinde Den Haag in den Niederlanden will `De Vloek`, ein Squat direkt im Hafen von Schevenigen räumen und schließen!

Am 30. Mai erhielt das Squat de Vloek einen Brief der Gemeinde Den Haag, das es einen neuen Bebauungsplan für den Platz gibt, auf dem de Vloek ist. Das Squat soll nun geschlossen werden und der Grund wird an einen Projektentwickler verkauft, der ein neues Topzeilcentrum (Toppsegel-Zentrum) bauen will.

De Vloek ist nun seit 12 Jahren besetzt und ein wichtiger und einzigartiger Ort im Hafen von Scheveningen, an dem sich viele Non-Profit Initiativen entwickelt haben, wie beispielsweise das bio-vegane Restaurant „Water en Brood“, den Konzertraum „de Piratenbar“ und viele Arbeitsplätze, Werkstätten, Ateliers, Wohnräume sowie Proberäume für Bands.
Alles, was im Squat passiert und entsteht entwickelt sich selbstständig und unabhängig! Mehrere hundert Menschen kommen und nutzen wöchentlich de Vloek. Darum müssen alternative Orte wie dieser auch erhalten bleiben!

Die Gemeinte probiert seit Jahren den Hafen von Scheveningen zu verändern und zu einen Freizeitareal für Sportsegler und Yuppies zu machen. Viele Betriebe wie Schiffswerften, die den Hafen zu dem machten, was er war, haben Platz machen müssen für teure Appartments, Büroräume und ein nautisches Zentrum, wo sich kein einziger Scheveniger mehr zu Hause fühlt. Viele der Neubauten stehen zu dem seit Jahre leer. Der früher so lebendige und charakteristische Hafen wird langsam aber sicher aufgeopfert für eine kleine reiche Elite und wird dazu immer langweiliger.
Mit dem Plan de Vloek zu schließen, will der Abgeordnete Norder kurz vor seinem Abtritt den Hafen noch mehr verpesten.

Das Topzeilcentrum sitzt zur Zeit noch im nautischen Zentrum, wo sie nach eigener Aussage zufrieden mit sind. Warum deshalb ein neues Gebäude errichtet werden muss ist und darum ein Rätsel. Im nautischen Zentrum selber ist viel Leerstand und mit diesem Plan wird der Leerstand noch größer. Wir fragen uns auch, warum gerade de Vloek, der von großer Bedeutung für tausende Menschen ist, hier für weichen muss.
Wann genau die Gemeinde de Vloek haben und räumen will ist noch nicht sicher. Die Gemeinde hat uns genötigt am 4. Juni zu einem Gespräch zu kommen. Wir werden das Gespräch abwarten. Aber wir werden auf keinen Fall gehen und all die wertvollen Projekte und Initiativen aufgeben.

Sobald es Neuigkeiten und Entwicklungen gibt, werden wir alle informieren

weitere Neuigkeiten unter https://www.indymedia.nl/node/23206 allerdings auf Niederländisch!

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WM 2014 – was passiert in Brasilien? http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/30/wm-2014-was-passiert-in-brasilien/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/30/wm-2014-was-passiert-in-brasilien/#comments Fri, 30 May 2014 17:13:29 +0000 Administrator Presse Wohnungsnot Aufrufe indymedia Filme http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/30/wm-2014-was-passiert-in-brasilien/ WM Fieber macht sich breit im Land. Aber dieses Jahr trifft die Schockdoktrine der FIFA auf harten Widerstand von der brasilianischen Bevölkerung:

verärgert über die verschwendung öffentlicher Gelder und sogar Staatsverschuldung wegen dem Bau dreier Stadion; Aufrüstung der Polizei (für 700 Mio Euro!); Räumung von 250.000 Familien, um Platz für FIFA Bauprojekte zu schaffen; Einschränkung von Grundrechte (zB Versammlungsrecht); etablierung einer speziellen Polizeieinheit, nur um die Menschen während der WM zu bekämpfen; usw., usw… Und die Gelder fliessen wie gewohnt unter anderem nach Deutschland an Siemens, Bauunternehmen wie Gerkan, Marg & Partner, usw. Auch sind Gepard Flugabwehrpanzer (Made in Germany) in Rio und andere Orte stationiert.

Auf den Strassen Brasiliens wird lautstark gerufen: NAO VAI TER COPA! (Es wird keine WM geben!)

Hier sollten wir uns konkret mit den Brasilianer solidarisieren anstatt handzahm angetrunken an Public Viewings teilnehmen!!

Videobeiträge:
http://wm2014.noblogs.org/video/
http://vimeo.com/82389104

Aufruf für Weltweite SoliAktionen:
http://wm2014.noblogs.org/solidariedade/chamado-internacional/

Weitere Links:
http://brazil.indymedia.org/

http://ciranda.net/article7487.html

Bilder von Demo 15.03.2014 gegen die WM:
http://prod.midiaindependente.org/pt/blue/2014/05/531712.shtml

http://prod.midiaindependente.org/pt/blue/2014/05/531733.shtml

http://prod.midiaindependente.org/pt/blue/2014/05/531746.shtml

http://prod.midiaindependente.org/pt/blue/2014/05/531800.shtml

http://prod.midiaindependente.org/pt/blue/2014/05/531801.shtml

Artikel auf Dt.:
http://wm2014.noblogs.org/kampferische-botschaft-nach-brasilien/

Aufruf zur internationalen direkten Aktion:
http://cumplicidade.noblogs.org/?p=1150

Aufruf brasilianischer Gruppe – “10 Gründe warum wir protestieren”:
facebook.com/events/650327738354880/

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[Basel] Hafenplatz-Sympathisanten besetzen Studio von Radio-X http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/30/basel-hafenbesetzung-hafenplatz-sympathisanten-besetzen-studio-von-radio-x/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/30/basel-hafenbesetzung-hafenplatz-sympathisanten-besetzen-studio-von-radio-x/#comments Fri, 30 May 2014 16:53:40 +0000 Administrator Presse Aufrufe Direkte Aktion Indymedia Linksunten http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/30/basel-hafenbesetzung-hafenplatz-sympathisanten-besetzen-studio-von-radio-x/

Radio X von Hafenplatz-Sympathisanten besetzt

Heute Freitag Abend gegen 21:00 Uhr wurde das Studio von Radio X von ca 20 Sympathisantinnen und Sympathisanten der Besetzungen an der Uferstrasse friedlich besetzt. Sie erreichten damit, dass sie Life eine Erklärung zu den von der Räumung bedrohten Projekten abgeben konnten.

Hallo liebe Hörerinnen und Hörer von Radio X.

Wir sind Sympathisantinnen und Sympathisanten der IG Hafenplatz.

Wir haben gerade das Studio von Radio X besetzt, um eine Erklärung abzugeben.

Die meisten von euch haben es wohl schon mitbekommen: Die Besetzungen an der Uferstrasse im Klybeck sind akut von der Räumung bedroht. Auf einer riesige Brache haben sich vor einem Jahr verschiedene Projekte nieder gelassen, frei von Auflagen, Gesetzesparagraphen und Bewilligungen. Da ist der Wagenplatz, eine Wohngemeinschaft, die in Bauwägen wohnt. Daneben gibt es eine Bar mit Lounge, aber ohne Konsumzwang, ein Veranstaltungsraum, ein Spielplatz, eine Holzwerkstatt, eine Metallwerkstatt, offene Bühnen, und vieles mehr.

Alles zusammen bilden wir die IG Hafenplatz. Wir wollen, dass die Brache ein öffentlicher, unkommerzieller und selbstverwalteter Raum ist, der nicht nur von uns, sondern von allen BewohnerInnen des Quartiers und generell von allen Interessierten genutzt wird.

Leider ist dies nicht im Interesse der Stadt. Sie hat vor Kurzem mit dem Verein Shift Mode einen Vertrag abgeschlossen, der dem Verein 12′500m2 der Brache zuspricht. Für uns würden damit nur noch 2500m2 übrig bleiben, das ist weniger als die Hälfte der Fläche, die wir jetzt nutzen. 2500 m2 tönt nach einer grossen Fläche, aber wie sollen all unsere Projekte auf 50×50 m Platz finden? Allen Beteiligten war klar, dass der Besetzung damit das Genick gebrochen werden soll.

Sehen wir einmal den Tatsachen ins Auge. Den Basler Behörden geht es weder um ShiftMode noch um die Parkplätze von Scope. Es geht darum, dass alternative, selbstorganisierte Räume klein bleiben sollen. Sie sind für die Behörden so lange ok, wie sie übersichtlich und somit kontrollierbar sind. Wer mit unterschiedlichen Lebensformen experimentiert, muss in Zaun gehalten werden. Die Dynamik, die sich hier bei uns entfaltet hat, hat ein weit verbreitetes Bedürfnis gerade bei jungen Menschen nach solchen sogenannt „Rechtsfreien Räumen“ aufgezeigt. Das passt der Stadt nicht, darum sollen der IG Hafenplatz die Zähne gezogen werden.

Dazu kommt noch etwas anderes. Hier, entlang der Uferstrasse will die Stadt das gigantische Bauprojekt „Rheinhattan“ errichten. Da ist es der Stadt wichtig, diese Gegend unter ihrer Kontrolle zu halten. Das funktioniert mit Zwischennutzungen, aber Besetzungen könnten künftig ein ernsthaftes Problem darstellen.

Aber uns schreckt das nicht ab. Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Anwohnerinnen und Anwohnern des Quartiers, wir sind hier willkommen. Wir wissen, dass wir einen grossen Rückhalt geniessen. Hunderte von Menschen sind in der letzten Woche hierher gekommen, haben sich an verschiedensten Aktionen beteiligt, eine Petition für den Wagenpaltz lanciert, und gemeinsam diskutiert. Viele sind sogar gleich mit dem Zelt gekommen.

Wir rufen alle, die das hören, dazu auf, sich mit uns für den Hafenplatz einzusetzen und zu verhindern, dass wir zu Tode geschrumpft werden. Wir bleiben alle! Kommt vorbei, übers Wochenende gibt es viel Programm.

Heute Abend um 22 Uhr treffen wir uns auf dem Wagenplatz, um mit einer Musikparade durch die Stadt zu ziehen. Morgen Samstag gibts ab 14 Uhr zum Einen einen Kindernachmittag und zum anderen HipHop-Konzerte, von Nachmittags um 14 Uhr bis in die Nacht hinein. Um 18 Uhr gibt es zudem eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Stadtentwicklung und Zwischennutzungen.

Und ab Montag sind wir ganz offiziell Räumngsbedroht. Wir rufen deshalb dazu auf, sich jetzt zu uns auf die Brache zu kommen und dort eine Zeltstadt einzurichten. Solidarität muss praktisch werden! Lass uns ein Schutzschild aus Zelten auf dem Platz sein! Wir gehen erst, wenn die Stadt und der Verein Shift Mode unseren Lebensraum und Freiraum so wie er jetzt ist in Ruhe lässt.

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[Barcelona] Mehrtägige Unruhen nach Räumung von Can Vies http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/26/barcelona-mehrtaegige-unruhen-nach-raeumung-von-can-vies/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/26/barcelona-mehrtaegige-unruhen-nach-raeumung-von-can-vies/#comments Mon, 26 May 2014 16:50:29 +0000 Administrator Presse Wohnungsnot Aufrufe Direkte Aktion Indymedia Linksunten http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/26/barcelona-mehrtaegige-unruhen-nach-raeumung-von-can-vies/ Seit Montag dauern die Ausschreitungen in Barcelona an, als Reaktion auf die Räumung des seit 17 Jahren besetzten Hauses „Can Vies“ im Stadtteil Sants. Am Montag Morgen wurde das besetzte und autonom organisierte Sozialzentrum auf Anordnung der Regierung in Barcelona durch die katalanischen Bullen geräumt. Rechtlicher Besitzer_in und somit ebenso verantwortlich für die Räumung ist die TMB (öffentliche Verkehrsmittel von Barcelona), die nicht zuletzt durch einen enormen finanziellen Aufwand (u.a. eine Horde Anwält_innen), für die Zerstörung eines weiteren kollektiven Raumes gesorgt hat.

Can Vies wurde 1997 besetzt und ist seitdem ein Ort der Selbstorganisierung, kollektiver Lebensweise sowie Treffpunkt für Menschen mit verschiedensten politischen Einstellungen und unterschiedlichster Generation. Das Haus war in der Nachbarschaft gut vernetzt und somit auch Treffpunkt verschiedenster sozialer Bewegungen. Can Vies erlangte während ihres langen Wiederstandes gegen die Räumung immer mehr Unterstützung im eigenen Stadtteil und darüber hinaus. Die Räumung bedeutet nicht nur den Verlust eines kollektiv organisierten Raumes für Veranstaltungen und Verlust des Wohnraums für einige Menschen, sondern knüpft an, an die (Räumungs)-Politik der letzten Jahre, in der immer klarer wurde, dass solche selbstorganisierten Räume, Orte des Widerstands, erwünscht sind.

Die Räumung selbst dauerte 6 Stunden, u.a. weil Bewohner_innen des Hauses im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Haus verbunden waren. Genauer gesagt haben sich die Bewohner_innen bzw. Unterstützer_innen im Boden und in den Wenden angekettet (aller Anti AKW-Pyramide), eingemauert (nahezu) und sich auf dem Dach eines Turms so angekettet und mit Zäunen abgesichert, dass dieser nicht von den Seiten erreichbar war (leider war es mittels Hebekram doch erreichbar). Unmittelbar nach der Räumung wurde mit dem Abriss des Gebäudes begonnen – was eine gängige Taktik in Barcelona ist, um erneute Besetzungen zu verhindern. Gleichzeitig zeigten Tausende ihre Solidarität und blockierten in unmittelbarer Umgebung mehrere Hauptstraßen sowie kleinere Nebenstraßen mit Transparenten und Müllcontainern und zeigten den katalanischen Bullen lautstark was sie von ihnen halten. Weiterhin drückten viele Nachbar_innen ihre Solidarität durch Lärm mittels Kochutensilien aus.

Um 20 Uhr wurde zu einer großen Solidemo aufgerufen, woraufhin ein paar Tausend laut und kraftvoll durch die Straßen zogen und ihre Wut über die Räumung auch an Banken und Handyläden ausließen. Es wurden Barris aus Müllcontainern gebaut, ein TV-Wagen wurde entglast und angezündet und Bullenautos verjagt. Die Riotcops führen daraufhin mit ihren Wagen mitten durch die Demo, um die Masse zu spalten und es begannen die ersten Jagdszenen auf Protestierende. Diese ließen sich jedoch nicht einschüchtern, sondern fanden sich immer wieder zu kleineren Protestmärschen zusammen oder errichteten u.a. brennende Barris. Es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Riotcops und Demonstrant_innen. Die Bulllen setzten dabei Schockgranaten und Gummigeschosse ein. Eine weitere Repressions-Taktik war das plötzliche rausspringen aus ihren Wannen und wahlloses losprügeln in die Menge oder auf einzeln herumstehende Personen. Das ganze ging meist ohne Festnahmen von statten.

Am Ende gab es an diesem Abend nur zwei Festnahmen. Noch zu erwähnen ist, dass im Laufe des Tages die Bullen versucht haben in die Räume der linken Zeitung La Directa zu gelangen. Dies konnte jedoch verhindert werden, jedoch leider nicht ohne Verletzte und zerbrochene Scheiben.

Am ersten Tag war zu erkennen, dass sich der Widerstand nicht auf einen kleinen Kreis von Sympathisant_innen beschränkte, sondern sich generations- und bewegungsübergreifend Leute an den Protesten beteiligten. Es sollte sich zeigen, dass dies nur ein Anfang war und es sich nicht nur auf andere Viertel in Barcelona verteilen wird, sondern auch über andere Regionen in Katalonien und Spanien hinaus gehen wird.

Tag 2

Anstatt einzuschlafen verstärkte sich der Protest am zweiten Tag und griff immer mehr auf andere Stadtviertel über. So wurden in mehreren Stadteilen Banken entglast, Barris gebaut und angezündet und Straßen blockiert. Weiterhin wurde der Bagger, der bereits die Hälfte des Hauses abgerissen hatte und noch in den Ruinen stand, angezündet und brannte lichterloh vor sich hin. Bis weit in die Nacht kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen und Einsätzen aufgrund von brennenden Barrikaden in der Stadt. Die Zeitungen sprechen von sechs Festnahmen am zweiten Tag, wobei mit Sicherheit nicht alle erfasst wurden bzw. sämtliche Identitätsfeststellungen nicht dazugezählt wurden.

Neben Sants gab es alleine in Barcelona 9 weitere Orte an denen zu Protesten aufgerufen wurden. Dazu gesellten sich knapp 30 Orte/ Dörfer/ Städte in denen es zu Solidaritätsbekundungen, Versammlungen und Aktionen kam (u.a. Valencia, Gamonal, Palma de Mallorca u.v.m.).

Tag 3

Das es auch am 3. Tag bzw. in der Nacht in Barcelona zu Protesten, Solidaritätsbekundungen und Unruhen kam, zeigt, dass Can Vies mehr als nur ein Haus war. Auch beschränken sich die Aktivitäten nicht nur auf Sants oder auf Barcelona, sondern sind im ganzen Land zu sehen. In Barcelona selbst versammelten sich erneut am frühen Abend in mehreren Vierteln Menschen, um gegen die Räumung zu demonstrieren. Eine große Sammelstelle war der Plaza Sants, keine 500 Meter entfernt von der Ruine der Can Vies. Es versammelten sich rund 300 Personen, die ihren Unmut mit Sprechchören und Küchengeräte-Lärm ausdrückten. An über 6 anderen Punkten in Barcelona sammelten sich Menschen, um gemeinsam Richtung Plaza Sants zu gehen. Auf dem Weg dorthin wurden mindestens 8 Regierungsgebäude mit Farbe verschönert, 2 dreispurige Straßen durch Barris blockiert und ein Kleinbus der TMB angezündet. Als alle am Plaza Sants angekommen waren setzten sich die inzwischen 7000 Menschen als Demozug in Richtung des Bezirksrathauses in Bewegung. Diese Demo wurde von den Bullen als illegal bezeichnet, was dazu führte, dass die Bullen die Demo an mehreren Stellen angriff, um diese aufzulösen. Die Leute werhrten sich mit Böllern, Rauchbomben und bauten Barrikaden aus Müllcontainern. Die Menge löste sich auf und es kam noch zu einigen Scharmützeln bzw. brennenden Barrikaden in Sants. Die Polizei setzte neben Gummigeschossen auch Zivis auf Motorädern ohne Nummernschilder ein, die sowohl Leute verhafteten, als auch einfach nur wegprügelten. Die Nachbar_innen zeigten auch hier wieder deutlich auf welcher Seite sie stehen, indem sie den Polizeieinsatz durch viel Lärm erschwerten. Insgesamt wurden 28 Menschen festgenommen und einige zahlreiche Personen verletzt. So kam es auch wieder zu einer Augenverletzung aufgrund von Gummigeschossen, die glücklicherweise diesmal nicht, wie u.a. während des Generalstreiks 2011, zum Verlust der Sehkraft führte.

Schließlich sei noch eine Soliaktion aus Terrassa erwähnt, bei der das Büro der CDC durch einen brennenden Container beschädigt und entglast wurde. (CDC, Teil der CIU=aktuelle Regierungspartei in Katalunien)

Und wie weiter?

Die Presse spricht von über 120 brennenden Container bis jetzt (alleine 63 letzte Nacht) und betitelt den Sachschaden auf ca. 155€. Und die Proteste scheinen sich noch lange nicht dem Ende zu nähern. Sowohl für heute als auch für Morgen sind Demonstrationen und Aktionen angekündigt.

Zeigt eure Solidarität, macht Aktionen, seid kreativ.

Si ens toquen a una, ens toquen a totes!!!

Greifen sie einen an, treffen sie uns Alle!!!

Infos unter:

http://canvies.barrisants.org/

https://twitter.com/SomCanVies (mit Bildern)

http://barcelona.indymedia.org

http://en.squat.net/2014/05/28/riots-in-barcelona-after-can-vies-eviction/ (englisch)

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http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/26/barcelona-mehrtaegige-unruhen-nach-raeumung-von-can-vies/feed/
{HH] Wer mit dem Feuer spielt… http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/25/hh-wer-mit-dem-feuer-spielt/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/25/hh-wer-mit-dem-feuer-spielt/#comments Sun, 25 May 2014 14:36:03 +0000 Administrator Presse Indymedia Linksunten http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/25/hh-wer-mit-dem-feuer-spielt/ Stellungnahme der Roten Flora vom 21.5.2014 zur Aufdeckung und Veröffentlichung von Klaus Martin Kretschmers konkreten Angriffsplänen gegen das Projekt:

Wie in den letzten zwei Tagen der Mopo zu entnehmen war hat Klaus-Martin Kretschmer nicht nur einen mögliche Brandstiftung der Flora, sondern auch eine Erstürmung des Gebäudes geplant.Um sich nicht selber die Hände schmutzig zu machen, beauftragte er eine Gruppe von Personen dies durch zu führen.

http://www.mopo.de/nachrichten/sicherheitsmann-behauptet-eigentuemer-kre…

http://www.mopo.de/nachrichten/schwere-vorwuerfe-gegen-kretschmer-sollte…

An sich ist das für uns nichts Neues. Es bestätigen sich für uns Informationen, die wir bereits im vergangenen August erhalten haben und damals auch veröffentlichten. (s. Pressemitteilung „Alle Tricks nutzen nix..“ vom 16.8.13 )

Das zeigt deutlich, dass Kretschmer ein zwielichtige Type ist, die nicht davor zurückschreckt, für seine Profitinteressen Menschenleben zu riskieren.
Kretschmer war für uns schon beim Kauf der Flora 2001 nie der „Retter in der Not“. Nicht ohne Grund hat er von Beginn an Hausverbot.

Dies bestätigt wieder mal, dass wir gut damit fahren, uns auf uns selbst zu verlassen.Deswegen war es richtig am 21.12.2013 zu einer großen und militanten Demonstration aufzurufen. Genau so richtig war es auch, nicht etwas auf die Beschwichtigungen der Politik zu geben, die Existenz des Projektes Rote Flora stehe nicht in Frage.

Sollte es nach dieser Information noch Pläne geben, die Rote Flora platt zu machen, anzuzünden oder sonst wie anzugreifen, erklären wir noch mal in aller Deutlichkeit:
Wir sind seit letztem Sommer auf mögliche Angriffe auf das Haus vorbereitet!
Wir werden die Rote Flora nicht kampflos aufgeben!

An Kretschmer und Baer : Wer mit dem Feuer spielt, verbrennt sich die Finger…

Lampedusa is here to stay!
Esso-Häuser- der Kampf geht weiter!

Rote Flora 21.5.14

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[B] Mietenkampf in Mitte http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/20/b-mietenkampf-in-mitte/ http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/20/b-mietenkampf-in-mitte/#comments Tue, 20 May 2014 14:23:28 +0000 Administrator Presse Wohnungsnot Indymedia Linksunten http://urbanconflicts.blogsport.de/2014/05/20/b-mietenkampf-in-mitte/ Die Brunnenstraße 6/7 wehrt sich gegen ein Ende ihrer Geschichte

Nachdem die Mieterhöhungsschreiben für die Brunnenstraße 6/7 bekannt wurden und wir, die Hausbewohner_innen, uns mit einer „Kampfansage“ öffentlich zu Wort gemeldet haben, scheint nun Bewegung in die Sache zu kommen. Die Grundstücksverwaltung Gawehn, vertreten durch Uwe Heiland, hat sich zu einem ersten Gespräch bereit erklärt. Dort muss zunächst geklärt werden, ob die Mietsteigerung grundsätzlich verhandelbar sind. Denn für uns sind die Erhöhungen nicht nachvollziehbar.

Uns geht es dabei nicht nur um steigende Kosten. Wir befürchten, dass die Erhöhungen den Charakter des Projekts grundsätzlich gefährden würden. Wir begrüßen die Reaktion der Grundstücksverwaltung, es wird sich aber erst zeigen müssen, ob wir uns einigen können. Der Eigentümer Gawehn hat den Komplex damals als bestehendes Hausprojekt gekauft und hat sich einem Erhalt des Charakters explizit verpflichtet. Die angestrebten Mieterhöhungen widersprechen dieser Haltung.

Die Erhöhung würde tatsächlich eine strukturelle Veränderung bedeuten. Zwar geht es im aktuellen Konflikt nicht um eine akute Räumungsgefährdung. Der Komplex, mit seinen assoziierten Projekten wie der Volxküche und der Tafel, dem Hofkino, den Vereinsräumen des Subversivs und Solizimmern für Kinder und Menschen, die sich die Mietpreise im Kiez niemals leisten könnten, lebt aber davon, dass die einst erstrittenen Mietverträge genau dies ermöglichen und schützen. Das betrifft auch den selbst formulierten Anspruch einen Schutzraum zu bieten, für Leute, die marginalisiert, von rassistischer Politik bedroht sind oder sich einem sexistischen Umfeld entziehen wollen. Eine stille Umwandlung in normale Mietverhältnisse mit regelmäßigen Anpassungen an den sogenannten Mietspiegel wäre eine de facto Beendigung der damals am runden Tisch getroffenen Übereinkunft. Zentraler Inhalt der damaligen Verhandlungen, in die auch Vertreter_innen der Stadt involviert waren, war die Sicherung des Erhalts des Charakters des Projekts. Als Gegenleistung dafür erhielt der Hausbesitzer Gawehn großzügige Sanierungszuschüsse. Dies soll nun – 10 Jahre später – vergessen sein.

In Hinblick auf das anstehende Gespräch geben wir uns dennoch gelassen. Wir sehen uns heute wie damals als gleichberechtigte Gesprächspartner_innen. Dies sind weit mehr unsere Häuser, als die des rechtlichen Besitzers. Wir haben sie belebt, hier sind unsere Kinder aufgewachsen und zuhause, und gemeinsam mit anderen Projekten im Kiez ist der Komplex einer der verbliebenen Orte eines offenen und vielfältigen Miteinanders im Kiez. Das scheint auch die Nachbarschaft am Rosenthaler Platz so zu sehen, von der breite Unterstützung signalisiert wird. Unterstützung kommt auch von anderen Projekten und aus Szene.

Die Gespräche, die nun kommen mögen, sollen daher offen geführt werden. Wir wollen, dass unsere Unterstützer_innen ebenso wie andere Betroffene unseren Kampf begleiten und sich informieren können. Erfolgreich kämpfen geht nur, indem wir voneinander lernen. Das zeigt nicht zuletzt der Widerstand gegen Zwangsräumungen in ganz Europa. Deshalb wird es für uns keine Hinterzimmergespräche geben:

Unser Kampf ist kein privater, sondern Symbol für eine Politik, die uns allen aufgezwungen wird

und gegen die wir uns gemeinsam wehren wollen!

Die Bewohner_innen der Brunnenstraße 6/7

www.brunnen7.org

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